Über uns

Gründungsjahr 1985
Mitglied im Narrenfreundschaftsring Zollern-Alb seit: 1990
Narrenfiguren: Deichelmaus (1985), Elferrat (1989), Brunnenmacher (1997)
Narrenruf: "Deichel - Mäus"
Der Verein besteht aus: Hästrägern und Elferrat
Mitglieder (Stand Januar 2012) insgesamt 243, davon aktiv 192

[Unsere Richtlinien] pdf, 94 KB
[Unsere Satzung] pdf, 111 KB
[Unser Narrenlied] pdf, 52 KB

So fing es an

Die Anfänge der Fasnet in Unterdigisheim gehen in das Jahr 1938 zurück. Um einen Umzug zu planen, traf man sich beim "Hofschreiner" Johann Mayer. Unter der Mithilfe aller örtlichen Vereine kam dieses Unternehmen dann im Jahre 1939 auch zustande. Die Gründung einer Narrenzunft wurde jedoch durch den Ausbruch des Krieges jäh gestoppt. Erst in den 50er Jahren begann man wieder mit Kappenabenden in allen örtlichen Gaststätten.

1962 fand in Unterdigisheim ein zweiter Fasnetsumzug statt, in dem eine Teufelsmaske vorgestellt und die Gründung einer Hexenzunft debatiert wurde. Doch auch dieser Vorschlag wurde wieder vereitelt. In den 70er Jahren übernahmen Vereine das Fasnetsgeschehen. Es wurden Kinderumzüge, Bunte Abende und Tanzveranstaltungen durchgeführt.

In der Fasnet 1981 beschloß man, den Burtelsburggeist zu schaffen. Als jedoch der Initiator Helmut Sauter verstarb, wurde wieder nichts aus einem Narrenverein.

Man überlegte weiter, was für Möglichkeiten noch zur Zunftgründung vorhanden waren und es kristallisierte sich eindeutig eine Fasnetsfigur heraus, die zur Vereinsgründung führte, die "Deichelmaus".

In der Fasnet 1985 tauchten dann erstmals vier junge Leute, Iris Butz, Hubert Sonsalla jun., Joachim Steidle und Josef Leute jun. als Deichelmäus verkleidet in der Fasnet auf. Diese Idee traf bei der ganzen Bevölkerung auf Begeisterung und so wurde der Narrenverein "Deichelmäus" gegründet.

Deichelmaus

Deichelmaus

Nach der Überlieferung gab es im 18. Jahrhundert in Unterdigisheim vier Brunnen. Die Wasserleitungen zu diesen Brunnen bestanden aus Holzstämmen von 2-3 Metern Länge und hatten einen Durchmesser von 20 bis 30 cm. Die Leitungen nannte man im Altdeutschen "Teucheln", daraus entstand der heutige Name "Deichel".

Diese Deichel verband man mit Metallringen und dichtete sie mit Teer ab. Vorher wurden die Holzstämme von beiden Seiten angebohrt, um eine Leitung zu bekommen. Zur Feststellung, ob der Stamm auch ganz durchgebohrt sei, ließ man eine Maus in ein Bohrloch springen. Rannte die Maus auf der anderen Seite heraus, war es sicher, dass der Deichel richtig durchgebohrt war und als Wasserleitung verlegt werden konnte. Aus diesem Vorgang haben die Unterdigisheimer ihren Spottnamen "Deichelmäus" abbekommen, und die Narrenzunft hat darauf ihr Fasnetsgeschehen aufgebaut.

Der Narr der "Deichelmaus" hat eine Maske aus Lindenholz in Form eines Mauskopfes und einen grauen Fellanzug mit einem grauen Lederschwanz. Am Gürtel sind kleine Deichel befestigt und das Gürtelschloss ziert ein Mauskopf.

Das Maskentuch zeigt vorne rechts das Wappen der Laubenberger, den früheren Lehnsherren, und links das heutige Ortswappen von Unterdigisheim. Das Laubenberger-Wappen findet sich im Taufstein der St. Marienkirche in Unterdigisheim und beinhaltet die Jahreszahl 1518. Die Farben rot und weiß des Ortswappen erinnern an die Zeit, als Unterdigisheim noch zu Vorderösterreich gehörte.

Auf der Rückseite befindet sich ein handgesticktes Bild, das eine Maus zeigt, die aus einem Deichel schlüpft. Dieses Bild wird in verschiedenen Farben gehalten und enthält in der Spitze ein persönliches Symbol.

Grafik

Brunnenmacher

Der Brunnenmacher war ein Gemeindebediensteter, der durch Abstrich für 3 Jahre bestimmt wurde und die Aufgabe hatte, die vier hölzernen Brunnen im Ort herzustellen und ohne Klage instand zu halten.

Die notwendigen Baumstämme dazu musste er selber fällen. Diese wurden dann durch den Fron in die Ortschaft gebracht und an gegebener Stelle zu brauchbaren Brunnentrögen verarbeitet. Ebenso war es seine Pflicht, neue Deicheln herzustellen, morsche zu erneuern und neue Leitungen auszugraben, um die Deicheln verlegen zu können.

Am Ende des Jahres musste der Brunnenmacher dem Schultheißen durch ein Arbeitsprotokoll Rechenschaft über seine Arbeit ablegen.

Da es in Unterdigisheim zur damaligen Zeit vier Brunnen gab und eine öffentliche Ersteigerung unter vier Personen vom 18. November 1828 urkundlich dokumnetiert ist, gibt es die Narrengestalt des Brunnenmachers in der Unterdigisheimer Fasnet vier Mal.

Das Häs des Brunnenmachers entspricht dem des Handwerkerstandes anno 1828. Markant ist vor allem die grobgehaltene, aus Lindenholz geschnitzte Maske, die mit ihren Gesichtszügen auf die Kargheit des Lebens auf der Schwäbischen Alb verweist. Im Bart- und Mundbereich spiegelt sich der Aufbau eines Brunnentroges wieder.

Die Haarpracht des Brunnenmachers, der lange Pferdeschwanz, entspricht der Tradition des Bürgerstandes zur damaligen Zeit. Auf dem Kopf trägt er einen "Schwäbischen Dreispitz".

Hose und Jacke sind aus robustem Hanfstoff in den Farben grün und braun gefertigt. Auf der linken Seite der Jacke trägt er, wie die Deichelmaus, das heutige Wappen von Unterdigisheim. Die grüne Jacke und die braune Hose zeigen zum einen die Wappenfarben der Laubenberger, zum anderen stehen sie für Ackerland und Feld. Dazu trägt er hohe Lederstiefel, deren Schaft bis über das Knie reicht.

Fasnet in Unterdigisheim

Am Samstag vor der eigentlichen Fasnetswoche wird ein Narrenbaum aufgestellt. Die Deichelmäus tanzen um den Baum, begleitet vom Musikverein und Fanfarenzug. Ein Umzug durch die Bäratalgemeinde mit Gastzünften umrahmt diesen närrischen Akt.

Am Schmotzigen Donnerstag herrscht Narrentreiben in allen Gassen mit Rathausstürmung, Schülerbefreiung, und Besuch im Kindergarten. Morgens beginnt auch die Wurstwagenfahrt mit Wurstverkauf an alle Narren und Bürger.

Ein großer Bunter Abend folgt am Fasnetssamstag in der Festhalle. Die Mitwirkenden dieses Zunftabends bestehen aus Mitgliedern des Narrenvereins und anderer örtlicher Vereine.

Am Rosenmontag veranstaltet der Musikverein in der Festhalle die Kinderfasnet, zu der auch die "Deichelmäus" ihren Programmteil beitragen. Bei allen Auftritten wird der Narrenverein durch die Musikkapelle und den Fanfarenzug tatkräftig unterstützt.

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